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Tierschutz-Alltag bei uns:

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen unsere Arbeit näher bringen. Viele Menschen können sich nicht vorstellen, was diese Tierschutzarbeit bedeutet. Es gibt natürlich mehrere Wege, sich im Tierschutz zu engagieren. Wir haben wahrscheinlich die extremste Form gewählt bzw. hat sich dies im Laufe der Jahre so entwickelt.

Es rufen uns auch einige Leute an, sind begeistert von unserem Engagement und möchten die gleiche Arbeit machen. Was jedoch für Mühen und Kosten damit verbunden sind, kann sich ein "normaler" Mensch nur schwer ausmalen. Andere "Unwissende" denken, daß wir ausländischen Tierschützer in Spanien Urlaub machen, ein paar Hunde von der Straße "aufgabeln" und dann in Deutschland das große Geschäft damit machen. Deshalb möchten wir mit dieser Seite ein wenig Aufklärungsarbeit leisten.


Wir sprechen hier auch für unsere Tierschutzkolleginnen im In- und Ausland, die Tag und Nacht im unermüdlichen Einsatz zur Rettung der Tiere sind. Im Süden auch oft von den Einheimischen angefeindet - man hat wenig Verständnis, daß Leute ihr Leben damit verbringen, dieses "Ungeziefer" (die Hunde) zu retten. Fairerweise muß ich aber sagen, daß langsam ein Umdenken stattfindet.

Generell ist es so, daß die meisten von uns einen ehrenamtlichen 18-20-Stunden-Arbeitstag haben. Nicht gerechnet die vielen Nächte, die wir auf den Flughäfen verbringen, um unsere Schützlinge abzuholen. Tausende von Kilometern werden jeden Monat im Einsatz für die Rettung der Tiere gefahren.

In der Nacht - oft bis in die frühen Morgenstunden sitzen wir am PC und beantworten die vielen Mails, kümmern uns um die Büroarbeit, die Hunde-Akten, die Finanzen - so neben Familie, Haus und Hof und Beruf. Das Geld reicht praktisch nie ... . Tierärzte, Futterfirmen, Hundepension, Fluggesellschaften - alle wollen pünktlich  bezahlt werden. Es ist immer eine Gratwanderung und am Monatsende fragen wir uns stets, wie es nächsten Monat weitergehen soll.

Es gibt Tage (auch Sonn- und Feiertage), wo 100-200 Anrufe beantwortet werden müssen. Das Telefon klingelt im ganzen Haus, oft im 5-Minuten-Takt. Viele Notfälle aus dem In- und Ausland werden täglich gemeldet. Wo es geht, helfen wir. Auf der anderen Seite sind es Anrufe von Interessenten, viele sehr nett und freundlich ... manche nur sinnlos und mit unglaublich hohen Ansprüchen, wenige auch "ausländerfeindlich". Manche Leute sitzen am Computer, sehen einen Hund und rufen sofort an, sehr oft auch mitten in der Nacht. Ständig stehen Leute vor dem Gartentor und wollen Hunde anschauen, vor allem Welpen. Wenn man gerade keine Zeit hat, heißt es dann: ja wollen Sie keinen Hund loswerden? ... nein wollen wir nicht ... sondern wir suchen wirklich gute Plätze bei tierlieben Menschen.  

Man kann sich leicht vorstellen, daß hier kaum mehr ein Privatleben stattfindet. Es ist täglich ein Spagat, allen in seinem Umfeld noch gerecht zu werden. Unsere Freunde sind unsere Tierschutzkolleginnen und schafft man es wirklich, einmal im Vierteljahr zusammen zum Pizzaessen zu gehen - dann ist das Hauptthema der Tierschutz. Allen geht es ähnlich und auf dieser Seite werden sich viele, die in diesem Metier helfen, wiederfinden.

Die Projekte Cadiz und Badajoz, wo wir im Team direkt Tötungsstationen betreuen: es ist ein täglicher Kampf um Leben und Tod. Wir bekommen von spanischen Tierschutzkollegen Listen von den Hunden, die in der Perrera von ihren Besitzern zur Tötung abgegeben wurden. Auf den beigefügten Fotos schauen uns die die armen Hunde an und jedem will man helfen. Es ist ein Wettrennen mit der Zeit. Schon alleine die Entscheidung, wer nach Deutschland fliegen darf und wer noch warten muß und es dann vielleicht nicht schafft. Viele schlaflose Nächte bereiten uns die wöchentlichen Entscheidungen. Dann kommen wieder die Meldungen mit den erfolgten Tötungen. Es ist schon alles sehr traurig und entmutigend. Nicht selten sagen wir dann, wir hören auf, weil wir keine Energie mehr haben und den Lauf gegen die Windmühlen nicht mehr ertragen. Jeden Monat schicken wir Tausende von Euros nach Spanien für Impfungen, Kastrationen, medizinische Versorgung und Unterbringung bis zum Flug der Hunde nach Deutschland.

Dann fragt man sich natürlich, warum man sich diese extreme Belastung aufbürdet? Einfach, weil wir Hunde lieben und wir so vielen Hunden wie möglich ein schönes Leben geben möchten. Man kann doch nicht tatenlos zusehen, wie hilflose Tiere in einem vereinten Europa schlecht behandelt und wie Müll entsorgt werden. Die Hunde sind so dankbar und glücklich, wenn sie bei uns das erste Mal ein warmes Bett und eine volle Futterschüssel vorfinden. Nie hat sie vorher jemand gepflegt oder sie gestreichelt und liebkost. Oder mit ihnen gespielt. Es ist unbeschreiblich, wie diese Hunde aufblühen - auch in ihren neuen Familien - als wären sie schon immer dort zuhause gewesen. Das ist der Lohn für unsere mühevolle Arbeit. 

An dieser Stelle möchten wir allen unseren Hundeeltern, die einen Schützling von uns in Obhut genommen haben und ihm ein liebevolles Zuhause geben, von ganzem Herzen danken!!! Ohne sie wäre es nicht möglich, daß wir weiteren Hunden im Süden helfen.      

 

Der Weg eines Hundes von der Tötung bis zu uns - jede Station ist mit hohen Kosten verbunden


1. Impfung in der Tötungsstation

2. bei manchen Tötungsstationen müssen die Hunde "freigekauft" werden

3. es erfolgt ein Transport über 900km von der Tötung in Cadiz/Gibraltar nach Barcelona in die Hundepension. Dies ist keine Pension im üblichen Sinn, sondern es werden nur beengte Zwinger für teures Geld zur Verfügung gestellt - ohne Fütterung und Saubermachen. Das erledigt eine ehrenamtliche Tierschützerin.

4. In der "Pension" werden die Hunde einige Tage beobachtet, dann nochmals geimpft und es wird Blut abgenommen für das große Blutbild und den Test der Reiseprofilkrankheiten. Jetzt beginnt das Warten auf den Flug nach Bayern.

5. Unsere Hunde befinden sich durchschnittlich 2 Monate in Pension. Per ebenfalls sehr teurem Frachtflug fliegen sie dann Tausende von Kilometern nach Deutschland - oftmals sind sie 24 Stunden in den Flugboxen eingesperrt.  Wir bezahlen einen Expresszuschlag, sonst würde es noch länger dauern. Auf Flugpaten können wir nicht warten, da sich viel zu wenig Menschen vom Festland melden. Die Hunde würden alle sterben. Also müssen wir diese langen und teuren Flüge in Kauf nehmen, um unsere Schützlinge zu holen.

6. Ankunft ist meist abends in München, wo die Hunde abgeholt werden. D.h., wir fahren 200km nach München zum Flughafen, nehmen unsere Schützlinge entgegen. Es darf keine Rolle spielen, ob es schneit oder wir gerade keine Zeit haben oder uns schlecht fühlen. Diesen Termin müssen wir einhalten. Am Flughafen gibt es oft Probleme, weil die Ankünfte unpünktlich sind, Hunde in Spanien auf dem Flugfeld stehen gelassen werden oder die Fluggesellschaft wieder streikt. Man kann hier nicht von deutscher Ordnung ausgehen. Oft haben wir bei Minusgraden im Winter am Frachtflughafen viele Stunden ausgeharrt, bis unsere Schützlinge endlich angekommen sind. Sie werden in neue Boxen in die verscheidenen Autos geladen und mit Wasser versorgt. Die Boxen werden vor Ort gereinigt und gleich wieder zurückgeschickt. Sie sind immer Mangelware. Dann treten wir mit unserer wertvollen Fracht die Heimreise an - meist sind wir erst gegen Mitternacht zuhause.

7. Die Hunde werden noch in der Nacht bei uns versorgt. Stark verwahrloste Hunde werden noch gebadet. Dann kommen sie in ihre Betten.

8. Am nächsten Tag Vorstellung beim Tierarzt. Bei Durchfall nochmals Tests, ggf. Röntgen-Untersuchungen wegen Verletzungen, Brüchen, Schwangerschaft, verschiedenste Therapien folgen, evtl. nötige Kastrationen werden vereinbart. Extrem verfilzte Hunde gehen zum Hundefriseur oder werden unter Narkose geschoren.

9. Ist alles in Ordnung und es bietet sich durch das Internet noch kein geeignetes Zuhause, schalten wir Zeitungsanzeigen bei kleineren Zeitungen. Unzählige Telefonate und Mails folgen ... alles muß bezahlt werden.

10. Bis die Hunde, die sich zwischen 1 Tag und 1 Jahr bei uns befinden, ein optimales Zuhause gefunden haben, leben sie bei uns im Rudel, werden wie jedes Familienmitglied umsorgt und bekommen auch das gesunde Hundefutter. Schwer vermittelbare, alte, behinderte Hunde dürfen in der Regel bis zu ihrem Tod bei uns bleiben.

11. Melden sich dann liebe Menschen, wo alles paßt, dann darf der Schützling in sein neues Zuhause reisen. Man ist meist froh und traurig zugleich und ein gewisser Trennungsschmerz ist besonders nach längerer Zeit oder besonderer Vorgeschichte nicht zu vermeiden. Wir können wieder für ein paar Minuten duchatmen, weil ein Hund wieder gerettet ist. Und schon schauen wir wieder nach Spanien, um einem weiteren wartenden Schützling die Chance zu geben. Und der Kreislauf beginnt von vorne.




Jeder verantwortungsvolle Hundebesitzer kennt die meisten Kosten nur zu gut - wir zahlen alles aus privater Tasche, bekommen keine Zuschüsse von der Stadt oder Spenden. Nur die Schutzgebühr, die gerade einmal ca. 35% der Kosten abdeckt - Fahrzeuge, Gebäude und Grundstücke nicht gerechnet.

1. mehrere Entwurmungen

2. alle Impfungen, meist 2-fach mit Tollwut

3. das große Blutbild und der Test auf Reiseprofilkrankheiten

4. viele Kastrationen, andere Operationen

5. Kotproben wegen Kokzidien und Giardien

6. hochwertiges Futter und Leckerlies

7. Hundebetten, Halsbänder, Leinen, Brustgeschirre

8. Auto- und Benzinkosten für mehrere tausend Kilometer pro Monat - natürlich braucht man ein geräumiges zuverlässiges Auto.

9. Telefon- und Internetkosten pro Monat von mehreren hundert Euro

10. Extrem hohe Strom- und Wasserkosten - pro Tag mindestens 5 Trommeln mit je 8kg! Hundewäsche (extra gekaufte Industrie-Waschmaschine!), zusätzlich Trockner

11. Anzeigenkosten

12. Instandhaltungskosten für das Haus und das Außengelände einschließlich der Welpengehege bzw. zimmer. Und das ist nicht wenig. Die Reparaturkosten gehen jedes Jahr in die Tausende ...



So schaut unsere Arbeit aus und nicht anders. Sie verlangt psychisch und physisch höchsten Einsatz - aber wir machen es mit Freude aus Liebe zu den armen Hunden im Süden.